2:47 - Dienstag April 23, 2019

Der Goldpreis wird weiter steigen

goldchart

5 Jahre Goldchart

Sieht man sich die Entwicklung des Goldpreises innerhalb der letzten fünf Jahre an, dann ist im Goldchart ein beeindruckender Aufwärtstrend zu erkennen.
Greift man sich allerdings die Preisentwicklung des vergangenen Jahres heraus, stellt sich die Situation deutlich diffiziler dar. Zwischenzeitliche Rückgänge konnten zwar in den letzten Monaten wieder ausgeglichen werden, und heute bewegt sich der Goldpreis wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor einem Jahr. Doch teilweise heftige Goldpreis-Schwankungen in den zurückliegenden Wochen und Monaten haben die Nerven vieler Investoren strapaziert und werfen die Frage auf, ob der Trend kurz- und mittelfristig eher nach oben oder nach unten weisen wird.

Robuste Nachfrage – vor allem durch börsennotierte Goldfonds

Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank, geht davon aus, dass der Goldpreis weiter steigen wird. Als einen wichtigen Grund nennt er die robuste Nachfrage nach Gold, die insbesondere von börsennotierten Goldfonds getragen wird. Eine bedeutende Rolle spielen dabei die Gold-ETCs, deren Anbieter verpflichtet sind, physisches Gold zu erwerben und zu hinterlegen. Da diese Fonds in den vergangenen Monaten starke Mittelzuflüsse zu verzeichnen hatten, müssen sie auch dementsprechend große Mengen Gold erwerben. Die Bedeutung dieser Investmentvehikel für den Goldmarkt wird klar, wenn man sich die von ihnen inzwischen erreichte Größenordnung ansieht. Inzwischen halten ETCs weltweit bereits mehr als 2.600 Tonnen Gold. Das entspricht einer Menge, die größer ist als die Goldvorräte der meisten Zentralbanken der Welt mit Ausnahme der Federal Reserve in den USA und der Deutschen Bundesbank.

Sinkende Goldpreise erst bei positiven Realzinsen

Als Grund für die starken Mittelzuflüsse bei den ETCs nennt Commerzbank-Experte Weinberg die Tatsache, dass sich diese Vehikel für ganz unterschiedliche Investorengruppen eignen. Sie müssen sich mit den Details des physischen Kaufs von Gold nicht befassen und erhalten eine deutlich fungiblere Anlage als es beispielsweise eine Tonne physischen Goldes wäre. Für die mittelfristige Goldpreisentwicklung dürfte laut Weinberg vor allem auch die Inflationsentwicklung eine wichtige Rolle spielen. Erst dann, wenn die Realzinsen, die sich nach Abzug der Inflation ergeben, wieder positive Werte erreichen, werde es wieder zu sinkenden Goldpreisen kommen. Damit sei jedoch weder im nächsten noch im übernächsten Jahr zu rechnen. Da die Eurokrise vermutlich nicht gelöst, sondern nur durch zusätzliche Liquidität überdeckt werde, sieht Weinberg für die kommenden Monate eindeutig mehr Aufwärts- als Abwärtspotenzial beim Goldpreis.

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